Seide und Glas im Schrofen
Bohlenständerhaus lud zur ersten Ausstellung ein
Noch bis zum 1. Mai stellen Künstlerinnen aus Zürich ihre Werke im Bohlenständerhaus aus. Gezeigt werden Kreationen aus Glas von Aline und Yvonne Dold sowie Seidentücher von Ursula Huber.
Hugo Berger
Der Name Dold wird von Kennern mit der Glaskunst und der Glasmalerei in Verbindung gebracht. Der Glaskünstler Fritz Dold aus Zürich hat auf internationaler Ebene schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Doch nicht er stand am Freitag an der Vernissage im Bohlenständerhaus im Mittelpunkt, sondern seine Frau Yvonne und seine Tochter Aline, die beide ebenfalls begnadete Glaskünstlerinnen sind. Mit im Bunde der Ausstellerinnen ist noch eine dritte Künstlerin: Ursula Huber, die zauberhaft bemalte Seidentücher in Guttatechnik präsentiert. Kommt sie aus einer ganz anderen Ecke? «Künstlerisch vielleicht schon, persönlich nicht ganz» meint sie und ergänzt: «Ich bin die Schwester von Yvonne Dold.»
Licht und Farbe
Eine besondere Faszination geht von den Glasbildern und Leuchtkörpern von Aline Dold aus. Die Werke lassen dem Betrachter viel Raum für Interpretationen und verändern sich je nach Lichteinfall. Alle Objekte sind mundgeblasene Unikate. «Selbst wenn ich wollte, könnte ich kein Stück gleich wie das andere herstellen», erklärt die 27-Jährige, die in Winterthur ein eigenes Atelier betreibt. Wie lässt sich ein flaches Bild mundblasen? Die Technik erklärt die Künstlerin so: Das in Form eines Ballons geblasene Stück wird zu einem Zylinder zugeschnitten, getrennt und auseinander gerollt. Strengere Formen weisen die Glasobjekte von Yvonne Dold auf, die in der Schmelztechnik hergestellt werden.
WÖRTLICH
Schmeichelhaft
Seide schmeichelt dem Körper und der Seele. Seide begleitet durchs ganze Jahr; es wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Es gibt unzählige Arten von Seiden.
Ursula Huber SeidenkünstlerinZum Tragen zu schade
Mit einer ganz anderen Technik, der Seidenmalerei, befasst sich Ursula Huber. Intensiv betreibe sie die Seidenmalerei erst seit zwei Jahren, erklärt sie. Als eine Besonderheit ihrer Seidentücher bezeichnet sie selbst die kräftigen Farben, die sie verwende. Über mangelndes Interesse kann sie sich nicht beklagen. Sie habe schon Kundinnen gehabt, die nach einer Woche kamen und genau die gleiche Halsschleife zum zweiten Mal kauften, erzählt sie. Nach dem Grund gefragt, hätten sie geantwortet, das erste erfülle einen dekorativen Zweck, jetzt bräuchten sie noch ein Stück zum Tragen.
Die Ausstellung ist am Samstag, 30. April, 11 bis 17 Uhr, und am Sonntag, 1. Mai, 13 bis 19 Uhr geöffnet.
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